Sunday, October 24, 2010

°das echo der erinnerung°

seine tausend bruchstücke senden und empfangen noch, sie kommunizieren, doch nicht mehr miteinander. wörter sickern durch seinen kopf. mehr laute als wörter. du bist dran. du bist dran. nur eine tickende uhr, nichts geringeres als sein herz. laute zerfließen wie verschüttetes öl. du bist dran. dodge ram. ramm ihn, mann. alles dran. geißbock dann. fahr ihn an. mit dem ram. brems doch, mann. untergang. nächtelang. wörter rattern in seinem kopf, ein endloser güterzug. manchmal läuft er nebenher und schaut hinein. manchmal schauen wörter heraus und entdecken ihn.

Thursday, September 9, 2010

°der klang der zeit°

ich brauchte monate im glimmer room, bis ich begriff, dass die meisten menschen von der musik keine erhabenheit, sondern einfach nur gesellschaft wollten; sie wollten eine melodie genauso erdenschwer wie sie selbst, fröhlich unter der drückenden last des daseins. letzten endes wünschen wir uns, dass unsere freunde so unbedarft sind wie wir selbst. unter allen melodien leben nur die für immer in den herzen der hörer, die uns vergessen lassen.

lange zeit stand er so am fenster, ohne ein wort. und auch ich brachte es nicht fertig, etwas zu sagen. aber jonah war mein bruder. es gab nichts, was wir nicht im laufe unseres lebens gemeinsam getan hatten. wir kannten nichts von der welt außer einander. er hatte es mir beigebracht und ich ihm: alle musik lebte und starb in den pausen dazwischen.

Monday, July 19, 2010

°plasticiens volants°


zu gast in köln.

Sunday, March 14, 2010

°viel passiert seit dezember°


theater. schauen. spielen. neue menschen. tolle. schneemassen und schneemänner. lesung. karneval. staatlich anerkannt.
ich mag köln. mehr denn je.

Saturday, December 19, 2009

°wintergrillen°


Wednesday, December 16, 2009

°krankmeldungen°

meine mutter fragte mich immer, warum ich alles so traumatisch erlebte. die frage war völlig berechtigt, doch das gefühl fand ich schwer zu beschreiben. irgendetwas in mir kämpfte, riss an einem sargdeckel. dann wieder fühlte ich mich wie eine heiligenstatue, der die tränen herunterkullern. wenn ich in donnas beisein weinte, sagte ich in einem fort: "ich bin so allein." sie sagte nie: "du hast doch mich", sondern immer: "jeder ist allein. also was redest du?" und das ist grund genug, warum wir freundinnen sind.

Monday, December 7, 2009

°änderungsschneiderei los milagros°

es ist schwierig, die hoffnung nicht zu verlieren. es ist schwierig, die hoffnung zu verlieren. aus liebe. auf der gegenüberliegenden straßenseite steht eine liebesfalle. es gibt zwei untergeschosse, zehn stockwerke und eine hohe runde kuppel. wenn du mich nicht hältst, falle ich. im leben. ich falle aus liebe aus dem leben. aus einem der fenster im fünften stock hat jemand ein weißes papierflugzeug geworfen. ich lauere dir auf. im freien warte ich auf dich. eine stunde und fünfunddreißig minuten, aufgelöst. bei leichtem aufwind gleitet das flugzeug auf diese meine seite zu. vom starken verlangen getrieben, die verlorene zeit wieder einzuholen. mit feuchten händen hat sie auf gerardo gewartet. papiertiger. wenn du mich nicht hältst, falle ich, hörst du? immer und immer wieder auf dich rein. am treppengeländer hat sie sich festgehalten. mir ist schwindlig. mein mund ist trocken, und ich schweige. meine hände sind nass, du schwindler und schweiger. schön reingelegt. in dein bett. schön. ich möchte die kontrolle verlieren. ich möchte mich fallenlassen. eines nachts, als tausend silbersterne am himmel standen. ich möchte mich gehen lassen. auf und davon. ich kann dich nicht gehen lassen. eines nachts mit klarem sternenhimmel gebe ich mich: du fängst mich: auf, in der luft. entrollte papierschlange.